DAS FRANKY'S

Der Wasserbahnhof damals

Der Wasserbahnhof liegt auf der Schleuseninsel der Ruhrschleuse Mülheim, auf der sich auch das Haus Ruhrnatur befindet.

Auch er entstand in den "goldenen" Zwanzigern direkt oberhalb der Ruhrschleuse Mülheim nach Plänen des überaus erfolgreichen Architekten-Gespanns Pfeifer / Großmann (den Architekten vieler wichtiger Bauten in der Innenstadt Mülheims) "in leichter Stahlskelettbauweise".

Der "Bahnhof ohne Gleise" diente von seinem ersten Tag im Jahr 1927 als Umsteigestation und kleine Trinkhalle für Ausflügler. Eigentlich sollte er - in Anlehnung an seine Architektur - "Ruhrbastei" heißen. Doch der Volksmund wollte es anders ."Wasserbahnhof" tauften die Mülheimer das Gebäude und so heißt es bis heute.

Der Wasserbahnhof verband die vom Oberwasser aus Essen kommenden Schiffe mit den Schiffen auf dem Unterwasser, die dann Pendler nach Duisburg brachten.

1929 besaß Mülheim sieben Schiffe: die "Weiße Flotte". Übrigens gab es um die Jahrhundertwende einen Personenverkehr von Mülheim nach Duisburg: Mit der Verlagerung der Thyssen'schen Werke nach Duisburg an den Rhein wurde er speziell für Mülheimer Arbeiter eingerichtet, die per Schiff zur Schicht fuhren.

In den Dreißiger Jahren wurde der Wasserbahnhof erweitert und an der Südseite aufgestockt.

1945 wurde der Wasserbahnhof von der englischen Besatzungsmacht okkupiert und als Kasino genutzt. Nach der Freigabe 1949 übernahm er wieder seine eigentliche Aufgabe als Restaurant auf der Schleuseninsel.

An Attraktivität gewann der Wasserbahnhof Mitte August 1953, als die erste "Blumenuhr" in der Bundesrepublik in den Grünanlagen der Schleuseninsel - mit dem Gesicht zum Pionierdenkmal - aufgestellt wurde. Sie hat einen Durchmesser von 6 Meter und das Uhrwerk wird mit einem Motor von einer Mutteruhr gesteuert. Im Winter wird die Uhr stillgelegt.

1975 verursachte ein Großbrand erhebliche Schäden an und im Gebäude.

Seine heutige Gestalt mit einem Anbau erhielt der Wasserbahnhof in den Jahren 1989 bis 1991. Er macht seinem Namen Wasserbahnhof an Sommertagen noch immer alle Ehre: Ausflügler, die von Mülheim nach Kettwig schippern möchten, können hier an Bord gehen. Außerdem lädt ein Restaurant - im Sommer auch mit Biergarten - hungrige und durstige Zeitgenossen zum Verweilen ein.